Dr. Birgitta Weinhardt
Veröffentlicht am 15. Juni 2026
Am 1. Juli 2026 hält Dr. Birgitta Weinhardt ihren Habilitationsvortrag mit dem Titel „Gott als Geheimnis der Welt und Christus als Probe seiner Liebe? Ferdinand Kattenbusch und die Frage nach der Gotteserkenntnis in der Umbruchskrise vom 19. zum 20. Jahrhundert“. Der Vortrag findet um 18.00 Uhr in Hörsaal 3 der Kirchlichen Hochshcule Wuppertal statt.
Wovon handelt der Vortrag?
Ferdinand Kattenbusch (1851-1935) war einer der bedeutendsten Theologen aus dem Schülerkreis Albrecht Ritschls. Bekannt ist er heute vorwiegend für seine historischen Arbeiten wie der Konfessionskunde oder dem monumentalen Werk über Das apostolische Symbol. Er war aber auch einer der wenigen Theologen des 19. Jahrhunderts, die den Umbruch in das neue Jahrhundert deutlich wahrnahmen und sich intensiv damit auseinandersetzten. Dass sich das theologische Klima, besonders seit dem ersten Weltkrieg, deutlich gewandelt hatte, nahm er zum Anlass, sich kritisch und konstruktiv auf neuere theologische und religionsphilosophische Impulse einzulassen. Insbesondere setze er sich mit Ernst Troeltsch, Rudolf Otto und Heinrich Scholz auseinander. Dadurch schärfte er auch zunehmend seine eigene Position. Diese bisher noch wenig bekannte Seite Kattenbuschs ist aus heutiger Sicht interessant, weil er so nicht mehr nur als bedeutender Theologe des 19. Jahrhunderts erscheint, sondern als eine Brückenfigur in Zeiten des Umbruchs.