Am 31. März 2027 wird die KiHo Wuppertal unwiderruflich geschlossen. Sie wurde am 1. November 1935 als Hochschule der Bekennenden Kirche gegründet.
91 Jahre Evangelische Theologie im Auftrag der Kirche, kritisch und frei, widerständig und oft gegen den Zeitgeist, auf dem Level der staatlichen Fakultäten und doch in der für die KiHo eigenen Weise mitten auf einem Campus voller Leben (… und Sprachkurse). Forschung und Lehre, Lernen und Leben, Wohnen und Streiten, Spiritualität und Feiern, Theologie in persönlicher Begegnung – wo gab es das in dieser Zeit in gleicher Weise?
Seit Oktober 2026 gibt es kein Pfarramtsstudium mehr an der KiHo, wohl aber noch Theologie in Forschung und Lehre, jetzt vor allem in Zoomräumen und Blockveranstaltungen – für alle Lehrenden und Studierenden, die sich dieses Recht bis zum Letzten nicht nehmen lassen; denn zweiteingeschriebene Studierende, die schon an einem anderen Studienort sind, und Gasthörer*innen gibt es noch – und Promotionen, Habilitationen und andere akademische Prüfungen und ganz viel Organisatorisches, das die Mitarbeiterschaft noch schaffen muss, bevor am 31. März 2027 wirklich das Licht ausgemacht wird.
Das Projekt eines Theologischen Bildungscampus in Wuppertal konnte die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) nicht umsetzten. Über die Frage, wie die Bedarfe akademischer Bildung, gegenwartsorientierter theologischer Forschung (und mittendrin der berufsbegleitende Masterstudiengang zum Quereinstieg ins Pfarramt) jetzt gedeckt werden können, wird die nächste Landessynode beraten.
Mit der Schließung der KiHo ist nicht alles vorbei: Der ab dem 1. April 2027 neu firmierte „Förderverein Kirchliche Hochschule Wuppertal e.V.“ will die evangelisch-theologische Forschung und Lehre und Projekte der KiHo weiterführen, ehemalige Lehrende und Studierende vernetzen und das immaterielle Erbe der KiHo dokumentieren und pflegen. Er lädt zu einem ersten Alumnitreffen am 5./6. März 2027 ein. Weitere sollen folgen.